Das Tor in den Süden

Der Name Eiberg taucht bereits im Jahr 1260 auf.



Die Brüder Andrä und Bertl Ruodland, Bürger zu Kitzbühel, verkauften Friedrich der Sünlein, Bürger zu Kufstein und seiner Frau das vom Bischof von Regensburg zu Lehen gehende Gut Rechau „aufm Eyberch“ im Gericht Kufstein.
Über Jahrhunderte bestand ein Karrenweg, von Kufstein, Gut Hörfing in Weißach über den „Locherboden“, durch das Eiberger Becken, über den Gaisbach, die „Schmiedleit“ hinauf, vorbei am Auhäusel und „Hechen-Eiberg“ bis Längfelden, Oberstegen und von dort nach Söll. Noch im 20. Jahrhundert erfolgte die Versorgung der „Eiberger“ zweimal wöchentlich durch Schwoicher und Söller Boten mit ihren Einspännern.

Dem erstmaligen Gesuch der Stadt Kufstein an die Bezirkshauptmannschaft mit der Bitte „zur Herstellung eines Fahrweges von Kufstein über den Eiberg nach Söll eine Konkurrenz (Mautgesellschaft) einberufen zu wollen, folgten nahezu fünfzig Jahre Planung und Finanzierungsgespräche bis im November 1909 die Ausschreibung für die Bauarbeiten im Tiroler Grenzboten veröffentlicht wurde. Der Staat Österreich, das Land Tirol, die Stadtgemeinde Kufstein, die Gemeinden Schwoich, Söll, Scheffau, Ellmau und die Zementfabrik des Alois Kraft finanzierten gemeinsam den Neubau der wichtigen Straßenverbindung vom Inntal ins Söll-Landl.

Den Auftrag erstand der tüchtige Kufsteiner Bauunternehmer Leonhard Zanier. Gemeinsam mit seinen zahlreichen Subunternehmern, unter anderen auch die renommierte Wayss & Freytag & Meinong G.m.b.H. aus Innsbruck, zuständig für die Kunst- und Stahlbetonarbeiten,  wurden die Arbeiten am 09. April 1910 vertragsgemäß an mehreren Stellen zwischen Söll und Kufstein begonnen. Das Trio Landesbeamter Ing. Georg Bauer, Bürgermeister der Stadt Kufstein Josef Egger und Bauunternehmer Leonhard Zanier zeichnete verantwortlich für pünktliche, innovative und qualitätvolle Ausführung der Bauarbeiten. Mut zu neuer Technik und soziale Verantwortung für die Mannschaft gepaart mit bewundernswerter Logistik zog den Erfolg in Form der rechtzeitigen Eröffnung durch Se. Exzellenz, Statthalter von Tirol und Vorarlberg, Graf  Friedrich von Toggenburg am 30. Juni 1913 nach sich.

Auszug aus der Festrede Graf Toggeburgs: „…Wir aber können im Verein mit den Interessenten mit Befriedigung auf dieses Werk zurückblicken, das eine weitsichtige Gemeindevertretung und eine opferwillige Bevölkerung für alle Zeiten geschaffen.“. (Hans Treichl)

Die Dokumentation: „100 Jahre Eibergstraße“ (ca. 100 Seiten) ist zum Preis von 15 Euro in den Gemeindeämtern Ellmau, Scheffau, Söll, Schwoich und Kufstein erhältlich.

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