Bäume gestalten Lebensräume

Schon seit Jahrzehnten setzt sich der ehemalige Bezirksforstinspektor Reinhold Mühlmann

für den Erhalt von Bäumen und Wäldern ein. Nun hat der 85 jährige Umweltreferent des Kufsteiner Heimatvereins zum Jahr des Waldes eine Fotoausstellung zusammengestellt, die ab sofort bis zum kommenden Frühjahr im Thierbergturm besichtigt werden kann. Gezeigt werden geschützte und schützenswerte Bäume im Bezirk Kufstein.

In Anwesenheit von Vertretern der Landesumweltanwaltschaft, der Bezirksforstinspektion und der Stadtgemeinde und rund 40 interessierten Bürgern fand am vergangenen Freitag, den 23.9. die Eröffnung der Ausstellung statt.

Walter Tschon, war als Stellvertreter von Landesumweltanwalt Johannes Kostenzer anwesend und wünschte sich mehr solche Initiativen wie diese Ausstellung des Heimatvereins. An die Baum- und Waldbesitzer appellierte er, verstärkt Augenmerk auf die eigenen “Schätze“ zu richten und sich für deren Erhalt einzusetzen. An die Adresse der Kufsteiner Gemeindevertreter gerichtet, forderte er eine Baumschutzverordnung für das Kufsteiner Stadtgebiet, wie es sie in vielen anderen Städten bereits gibt.

Kufsteins Vizebürgermeister Werner Salzburger zeigte sich beeindruckt von der tollen Qualität der ausgestellten Fotografien. „In der Vergangenheit wurden viel Sünden begangen, in der Zukunft sollte man mit diesem Thema vorsichtiger umgehen“, stellte Salzburger fest und erntete dafür den Applaus der Anwesenden.

„Bäume sind stumm und gehen nicht zur Wahl weshalb sie eine Lobby benötigen“, erklärte Reinhold Mühlmann den bei der Ausstellungseröffnung anwesenden Gästen. „Diese Ausstellung verfolgt vor allem den Zweck, das Interesse und die Liebe der Menschen für diese besonderen zeugen der Natur zu stärken und damit deren Schutz zu bewirken. Es gilt, wertvolle Bäume und damit Lebensräume auch für unsere Kinder, die Nachwelt zu erhalten.“, so Mühlmann. Viele schützenswerte Bäume sind praktisch „vogelfrei“ beklagt Mühlmann. Im Bezirk Kufstein kommt auf 25 km² ein geschützter Bäum. Es gibt jedoch viel mehr schützenswerte alte  Baumriesen. Im vergangenen Jahr und heuer sind von elf beantragten Bäumen lediglich vier als Naturdenkmal ausgewiesen worden. Neben den zahlreichen Wohlfahrtswirkungen wie Abgas- und Schadstofffilter, Sauerstoffproduzent, Schattenspender, Klimaregulator usw. sind besonders alte Bäume für den Erhalt der Artenvielfalt von Lebewesen wichtig und unverzichtbar.

„Wenn der Mensch es zulässt können Linden oder Eichen ein Alter bis zu 1000 Jahren erreichen. Deshalb haben sich diese Lebewesen unsere Ehrfurcht verdient“, ist Mühlmann überzeugt.

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